Kurt Cobain gilt als Legende und ewiges Gesicht des Grunge. Der Rockstar hätte am 20. Februar 2017 seinen 50. Geburtstag gefeiert. (Bild: Keystone/AP Photo/Robert Sorbo, File)
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«Der vielleicht letzte Rockstar»

Kurt Cobain war nicht nur der Inbegriff des Grunge, er wurde zur Symbolfigur einer ganzen Generation. Am Montag, 20. Februar 2017, wäre er 50 geworden - doch er schaffte nicht einmal seinen 28. Geburtstag.

Wie Kurt Cobain wohl aussähe mit 50? Ergraut? Mit Bauch? Würde er Anzug tragen oder Karo-Hemd? Hätte die exzessive Drogensucht ihn noch weiter gezeichnet? Oder hätte er die Kurve nochmal gekriegt? Sein Nirvana-Bandkollege Krist Novoselic hat inzwischen Halbglatze, der Dritte im Bunde, Dave Grohl, hat sich dagegen zumindest optisch kaum verändert.

Welches Schicksal das Leben für Cobain noch bereitgehalten hätte, wird unbeantwortet bleiben. Am Montag, dem 20. Februar, wäre Cobain 50 Jahre alt geworden. Doch am 5. April 1994 erschoss er sich in seinem Anwesen in Seattle – wohl im Heroinrausch – mit einer Schrotflinte. «It’s better to burn out than to fade away» schrieb er in seinem Abschiedsbrief, den es auf T-Shirts gedruckt zu kaufen gibt.

«Es war eine pathetische Inszenierung», sagt der Chefredakteur des deutschen ‹Rolling Stone›, Sebastian Zabel. Und es war ein Selbstmord mit Ansage. Gar nicht lange vor der Tat posiert Cobain mit einer Waffe im Mund, ein B-Seiten-Song heisst ‹I Hate Myself And Want To Die›.

«Er hat sich mit seinem Selbstmord unsterblich gemacht», sagt Zabel – wie andere Rockstars vor und nach ihm, die ihren 28. Geburtstag nicht mehr erlebten: Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Amy Winehouse, der ‹Club 27›.

Schneller Aufstieg

Dazu getrieben hat ihn wohl neben seiner heftigen Heroinsucht auch eine tiefe Depression. Der spektakuläre Dokumentarfilm ‹Montage of Heck› (Collage aus der Hölle), den seine Tochter Frances Bean (die noch nicht zwei Jahre alt war, als ihr Vater sich in den Kopf schoss) produziert hat, gibt Einblick in die schwer verletzte Seele eines zwischen den geschiedenen Eltern hin und her geschobenen Jungen.

Er zeigt eindrücklich, bewegend, schonungslos und an der Grenze zum Voyeurismus, wie aus einem fröhlichen, begabten kleinen Jungen ein tief trauriger, wütender – wenn auch nicht weniger begabter junger Mann wurde. «Es tat ihm unglaublich weh, blossgestellt zu werden.» Einen Satz wie diesen sagt fast jeder über Cobain, der in dem Film zu Wort kommt – auch seine Witwe Courtney Love.

Mitte der 1980er beginnt Cobain, Musik zu machen – bald auch schon zusammen mit Novoselic. Ein paar Jahre später – am 30. Oktober 1988 – zertrümmert er seine erste Gitarre. So ist es zumindest auf der offiziellen Nirvana-Homepage der Plattenfirma Universal vermerkt.

Im September 1991 erscheint das Album ‹Nevermind› mit der Hymne einer ganzen Generation: „Smells Like Teen Spirit“. Es katapultiert die Band in Höhen, in denen zumindest Cobain sich nie wohl fühlt. Im April 1992 erscheint die Band auf dem Cover des ‹Rolling Stone›.

Die Einführung des Softie

Was Cobain zeigt, ist damals neu. Er macht Schluss mit Glamour und betont männlichem Macho-Gehabe, zwei der wesentlichen Merkmale des amerikanischen Rock-Zirkus‘ zu der Zeit. Es ist nicht nur die Grunge-Musik, eine Mischung als Punk und Garagen-Rock, die ihn zum Idol so vieler junger Leute macht, sondern auch er als Person.

Er hat eine grosse Verletzlichkeit zur Schau gestellt und das Breitbeinige und Glamouröse abgelehnt. Und das passte in die Zeit. «Die jungen Männer wollten auch nicht mehr solche Männer sein und die Mädchen wollten auch nicht mehr solche Männer haben.»

Cobain sei, so sagt Zabel, «fast der letzte richtig grosse Rockstar» gewesen. «Er hat eine Ära, die vom klassischen amerikanischen Rock dominiert wurde, beendet. Er ist natürlich eine legendäre Figur.»

Seine Tochter Frances Bean (24) sieht die Legendenbildung um ihn kritisch. «Wenn er weitergelebt hätte», so sagte sie einmal, «dann hätte ich einen Vater gehabt. Und das wäre eine unglaubliche Erfahrung gewesen.»

Die bekanntesten Songs

‹Smells Like Teen Spirit› ist die mit Abstand bekannteste Single von Nirvana. Aber auch viele weitere werden noch oft gehört und gespielt. Hier einige Beispiele:

(Britta Schultejans, dpa)

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